Fußball-Europameisterschaften

Historie: Vergangene Fußball Europameisterschaften

Die EURO 2012 in Polen & der Ukraine

EURO 2012 in Polen und der Ukraine: Mario Balotelli zerstört die deutschen Titelträume

Anfang der 2000er Jahre stand es nicht wirklich gut um den deutschen Fußball, tiefgreifende Reformen in der Nachwuchsarbeit und Kontinuität in der A-Nationalmannschaft haben die DFB-Elf jedoch binnen zehn Jahren erneut in die absolute Spitzengruppe des internationalen Fußballs zurückgeführt.

Vor der EM 2012 in Polen und der Ukraine wurde Deutschland neben Spanien zum engsten Favoritenkreis gezählt und auch die Erwartungen in Deutschland waren immens. Mit dem 1:0 Auftakterfolg Portugal wurden diese Ansprüche nochmals untermauert. Im zweiten Gruppenspiel gegen Vize-Weltmeister Niederlande setzte man sich mit 2:1 durch und qualifizierte sich somit bereits vorzeitig für das Viertelfinale. Zum Abschluss der Gruppenphase gab es einen weiteren 2:1 Erfolg gegen Dänemark und Deutschland sicherte sich mit 9 Punkten den ersten Platz in der Vorrundengruppe B.

Am 23. Juni in Danzig kam es im Viertelfinale zum Aufeinandertreffen mit Griechenland, dem Europameister von 2004. Wie im gesamten Turnierverlauf ging Deutschland, durch Philipp Lahm, mit 1:0 in Führung. Samaras besorgte zum Auftakt der zweiten Halbzeit den etwas überraschenden 1:1 Ausgleich. Die DFB-Elf ließ sich dadurch jedoch nicht aus dem Konzept bringen, Sami Khedira, Miroslav Klose und Marco Reus sorgte für eine beruhigende 4:1 Führung. Auch der verwandelte Handelfmeter von Salpingidis in der 89. Minute änderte nichts an dem souveränen Einzug ins Halbfinale.

Dort traf Deutschland auf Italien, die sich bis dahin als die „Überraschungsmannschaft“ des Turniers präsentiert hatte. In einer taktisch sehr ansprechenden Partie brachte Mario Balotelli die Squadra Azzurra in der ersten Halbzeit mit zwei Toren in Führung. Deutschland zeigte sich sichtlich schockiert vom ersten Rückstand bei der Endrunde und konnte lediglich in der Nachspielzeit nach einem verwandelten Handelfmeter von Mesut Özil auf 1:2 verkürzen. Am Ende blieb es jedoch bei der Niederlage und dem Aus im Halbfinale. Wie 2006 im Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft scheiterte Deutschland erneut an Italien.

Die EURO 2008 in Österreich & der Schweiz

EURO 2008 in Österreich und der Schweiz: Nur Spanien war besser

Nach der EM 2004 und Heim-WM 2006 drehte sich das Trainerkarussell zunächst einmal ordentlich beim DFB. Jürgen Klinsmann folgte auf Rudi Völler und dieser wurde nach der Fußball-WM von seinem Co-Trainer Joachim Löw beerbt.

Auch wenn Löw & Co. in der EURO-Qualifikation nur der zweiten Gruppenplatz, hinter Tschechien belegten, war die Grundstimmung in und um die deutsche Fußball-Nationalmannschaft vor der EM 2008 in Österreich und der Schweiz gut. Deutschland hatte eine gesunde Mischung aus jungen, vielversprechenden und erfahrenen, gestandenen Spielern im Kader und gehörte erstmals seit längerer Zeit wieder erweiterten Favoritenkreis.

In der Vorrundengruppe B traf man neben Co-Gastgeber Österreich auf Kroatien und Polen. Zum Auftakt des Turniers am 8.Juni in Klagenfurt gab es einen souveränen 2:0 Erfolg gegen die polnischen Nachbarn, bei dem ausgerechnet der in Polen geborene Lukas Podolski zwei Treffer erzielte.

Vier Tage später traf man im zweiten Vorrundenspiel auf Kroatien, eine Mannschaft mit zahlreichen Bundesligaspielern gegen die man zu Letzt 1998 bei der WM in Frankreich im Viertelfinale ausschied. Trotz einer ordentlichen Leistung unterlag man Kroaten mit 1:2 und musste erneut um den Einzug ins Viertelfinale bangen.

Zum Abschluss der Vorrundengruppe konnte sich die DFB-Elf diesmal jedoch mit 1:0 gegen Österreich durchsetzen. Michael Ballacks entscheidendes Freistoßtor wurde in Deutschland zum Tor des Jahres gewählt.

Nach 1996 stand Deutschland wieder in einem EM-Viertelfinale, dort traf man auf Portugal mit seinem Superstar Cristiano Ronaldo. Zwei frühe Tore von Miroslav Klose und Bastian Schweinsteiger ebneten den Weg zum knappen 3:2 Erfolg und dem Einzug unter die letzten vier des Turniers.

Auch im Halbfinale gegen die Türkei wurde es eng, nach einem Rückstand, einer zwischenzeitlicher Führung und dem erneuten Ausgleich erzielte Philipp Lahm in der 90. Minute den entscheidenden Siegtreffer zum 3:2 und machte den deutschen Finaleinzug perfekt.

Im Finale musste sich Deutschland in einer spannenden Partie gegen Spanien dann jedoch geschlagen geben. Fernando Torres erzielte damals den einzigen Treffer in der Partie zum schmerzvollen 0:1 aus deutscher Sicht.

Die EURO 2004 in Portugal

EURO 2004 in Portugal: Deutschland verpasst erneut den Sprung in die K.o.-Phase

Ähnlich wie zur EURO 2000 waren vier Jahre später bei der Fußball-Europameisterschaft in Portugal die deutsche Hoffnungen und Ambitionen im Vorfeld des Turniers groß. Diesmal ging man zwar nicht als Titelverteidiger in die Endrunde, jedoch als Vize-Weltmeister.

Mit dem neuen Teamchef Rudi Völler, der die Nachfolge von Erich Ribbeck antrat, konnte man sich zwar ohne Niederlage (5 Siege, 3 Unentschieden) problemlos für die EURO 2004 qualifizieren. Jedoch dürfte vielen Fans der legendäre Wutausbruch von Rudi Völler im Interview mit Waldemar Hartmann nach einem 0:0 Unentschieden gegen Island noch in Erinnerung sein.

Mit Lettland, Tschechien und den Niederlanden schien die deutsche Vorrundengruppe D durchaus machbar zu sein. Doch wie 2000 gab es auch zum Auftakt der EM-Endrunde gegen die Niederlande am 15. Juni in Estadio do Dragao in Porto „nur” ein 1:1 Unentschieden. Besonders bitter daran war die Tatsache, dass Deutschland über 90. Minuten betrachtet die deutlich bessere Mannschaft war und erst acht Minuten vor Ende der Begegnung den unglücklichen Ausgleich durch Ruud van Nistelrooy kassierte. Anders als gegen Rumnänien konnte die DFB-Auswahl diesmal allerdings spielerisch überzeugen, so dass sich die Kritik an dem Spiel/Ergebnis in Grenzen hielt.

Vier Tage später, erneut in Porto, diesmal jedoch im Estadio do Bessa Seculo, folgte jedoch der erste Rückschlag. Gegen den klaren Außenseiter und EM-Underdog Lettland kamen Michael Ballack & Co. nicht über ein torloses Remis hinaus.

Am 23. Juni kam es in Lissabon, im Estadio Jose Alvalade, zum letzten und (erneut) alles entscheidenden Vorrundenspiel gegen Tschechien. Der Vize-Europameister von 1996 war bereits für das Viertelfinale qualifiziert und schonte (wie Portugal 2000) zahlreiche Stammspieler. Es kam jedoch wie es kommen musste. Trotz einer frühen 1:0-Führung durch Michael Ballack verlor Deutschland das Spiel noch mit 1:2 und war zum zweiten Mal in Folge nach der Gruppenphase ausgeschieden.

Die EURO 2000 in Niederlande und Belgien

EURO 2000 in Belgien und den Niederlanden: Deutschland scheidet als Titelverteidiger bereits in der Vorrunde aus

Die Erwartungen vor der Fußball-Europameisterschaft 2000 in Belgien und den Niederlanden waren groß auf deutscher Seite. Auch vor dem Hintergrund des frühen WM-Aus zwei Jahre zuvor in Frankreich stand die DFB-Elf gewaltig unter Druck.

Als amtierende Titelverteidiger hatten sich Nationaltrainer Erich Ribbeck und seine Mannschaft den Einzug ins Halbfinale als Mindestziel gesteckt, doch bereits vor der EM-Endrunde gab es unübersehbare Unruhen innerhalb der Nationalmannschaft. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen stand ausgerechnet Trainer Ribbeck, der von einigen Spielern nicht als der Kopf der Mannschaft akzeptiert wurde.

Die Querelen außerhalb des Platzes machten sich dann auch schnell auf dem Rasen bemerkbar. Im ersten Vorrundenspiel der Gruppe A am 12.Juni in Lüttich kam Deutschland nicht über ein 1:1 Unentschieden gegen Rumänien hinaus, dem vermeintlichen schwächsten Gegner der Gruppe.

Auch fünf Tage später beim Klassiker gegen England fehlte es der deutschen Nationalmannschaft an spielerischen Mitteln um die starken Briten, damals noch mit David Beckham und Michael Owen in Topform, Paroli zu bieten. Die DFB-Auswahl zeigte zwar eine kämpferische Leistung, musste sich am Ende dennoch nach einem Tor von Alan Shearer mit 0:1 geschlagen geben.

Mit lediglich einem Punkt aus zwei Spielen hatte Deutschland im letzten Vorrundenspiel nach wie vor die Chance sich mit einem Sieg gegen Portugal für die K.o.-Runde zu qualifizieren. Die Portugiesen mit ihrem Superstar Luis Figo hatten sich zu diesem Zeitpunkt mit Siegen gegen England (2:0) und Rumnänien (1:0) bereits vorzeitig für das Viertelfinale qualifiziert und traten gegen die DFB-Elf mit einer B-Auswahl an. Doch Lothar Matthäus & Co. gingen sang und klanglos mit 0:3 unter. Sergio Conceicao erzielte in Rotterdam alle drei Treffer für Portugal.

Die Rumnänien setzten sich parallel mit 3:2 gegen England durch und folgten den Portugiesen in die nächste Runde. Deutschland und England, zwei der größten Fußballnationen in Europa waren damit bereits in der Vorrunde ausgeschieden. Für das DFB-Team war dies als Titelverteidiger eine besondere Blamage.

Die EURO 1996 in England

EURO 1996 in England: Deutschland wird Europameister auf der Insel

Die Vorzeichen vor der Fußball-Europameisterschaft 1996 in England waren positiv. Die DFB-Elf hatte sich als Gruppenerster in der Qualifikation für die Endrunde qualifiziert und lediglich ein Spiel (2:3 gegen Bulgarien verloren).

Auch der Auftakt verlief nach Maß, am 9. Juni gewann man das erste Vorrundenspiel souverän mit 2:0 gegen Tschechien und eine Woche später beim 3:0 Erfolg gegen Russland gab man sich ebenfalls keine Blöße. Mit dem 0:0 Unentschieden gegen Vize-Weltmeister Italien, bei dem Andreas Köpke einen Elfmeter parierte, sicherte sich Deutschland den Gruppensieg.

Im Viertelfinale gegen Kroatien tat man sich dann deutlich schwerer, die DFB-Elf erkämpfte sich einen knappen 2:1 Erfolg gegen Davor Suker & Co., Matthias Sammer erzielte damals in einer hart umkämpften Partie den deutschen Siegtreffer.

Im Halbfinale am 26. Juni im legendären Wembley Stadion trafen Berti Vogts und seine Mannschaft dann auf Gastgeber England. Ein Spiel welches die Fans auf beiden Seiten kaum erwarten konnten. England erwischte einen Traumstart und ging bereits in der 3. Minute durch Alan Shearer mit 1:0 in Führung. Stefan Kuntz sorgte jedoch knapp 10. Minuten später bereits für den Ausgleich. Als es nach 90. Minuten regulärer Spielzeit und 30. Minuten Verlängerung nach wie vor 1:1 stand, musste eine Entscheidung im Elfmeterschießen her.

Nach vier verwandelten Elfmetern in Folge auf beiden Seiten und beim Spielstand von 5:5 versagten Gareth Southgate die Nerven und der Brite scheiterte an Andreas Köpke. Auf deutscher Seite verwandelte Andreas Möller den letzten Elfmeter zum 6:5 und schoss die DFB-Auswahl damit ins Finale.

Am 30. Juni kam es im EM-Finale dann zum erneuten Aufeinandertreffen zwischen Deutschland und Tschechien. Obwohl Deutschland als klarer Favorit in das Spiel ging, tat sich die DFB-Elf lange Zeit schwer. In der 60. Minute geriet durch einen verwandelten Strafstoß von Patrik Berger mit 0:1 in Rückstand. Erst mit der Einwechslung von Oliver Bierhoff drehte sich die Partie, dieser erzielte in der 73. den verdienten 1:1 Ausgleich per Kopf. Wie bereits zuvor im Halbfinale stand es auch im Finale nach 90. Minuten Unentschieden, so dass es in die Verlängerung ging. Dort war es dann erneut Bierhoff, der in der 95. Minute mit dem ersten und letzten Golden Goal der Geschichte für die Entscheidung sorgte und Deutschland nach 1990 den nächsten Titel sicherte.