Die Fußball EM 2016 in Frankreich

Die EM 2016 in Frankreich

Vom 10. Juni bis zum 10. Juli 2016 findet die 15. UEFA Fußball-Europameisterschaft in Frankreich statt. Erstmalig in der Geschichte des Turniers werden insgesamt 24 Mannschaften (bisher 16) an der Endrunde teilnehmen. Als Gastgeber ist Frankreich automatisch qualifiziert, die weiteren 23 Plätze werden in der Qualifikations-Gruppenphase und den anschließenden Play-off-Spielen ermittelt. Nach 1960 und 1984 wird die EURO 2016 bereits zum dritten Mal in Frankreich ausgetragen.

4stern-trikots

Das Logo zur EM 2016 in Frankreich

EM2016-logo
Das offizielle Logo der Fußball-Europameisterschaft 2016 wurde der Öffentlichkeit erstmals im Juni 2013 in Paris präsentiert und steht unter dem Motto “Celebrating the art of football” (dt. “Die Kunst des Fußballs feiern”).

Entworfen wurde das EM-Logo von Brandia Central, einer portugiesischen Werbeagentur, die sich auch schon für das Corporate Design der EURO 2012 in Polen und der Ukraine verantwortlich zeigte.
Im Mittelpunkt des Logos steht die EM-Trophäe, der Henri-Delaunay-Pokal. Rot, weiß und blau, die Farben der französischen Nationalflagge, dominieren das Gesamtbild welches durch kunstvoll geschwungene Linien abgerundet wird.

Anders als in der Vergangenheit erlaubt die UEFA erstmals allen Medien, die über die Fußball-EM berichten, die lizenzfreie Nutzung des Logos. Früher war dies nur offiziellen Partnern vorbehalten.
Im Oktober 2013 folgte in Marseille die Vorstellung des Turnierslogans – “Le Rendez-Vous”. Laut der europäischen Fußball-Union soll der Slogan auf die Vielzahl an Feierlichkeiten während der EM 2016 hinweisen und steht im Einklang zum Motto „Die Kunst des Fußballs feiern“.

Die Vergabe der EM 2016

Der Vergabeprozess für die Fußball-Europameisterschaft 2016 erfolgte in drei Bewerbungsphasen.
Neben dem französischen Fußballverband hatten sich ursprünglich sechs weitere nationale Verbände mit insgesamt fünf Bewerbungen um die Austragung der EM-Endrunde 2016 bemüht. Während sich Italien, Frankreich und die Türkei einzeln bewarben, war von Norwegen und Schweden sowie Schottland und Wales jeweils eine Gemeinschaftsbewerbung vorgesehen.

Anfang 2009 zogen Schottland und Wales aufgrund zu hoher Kosten ihre gemeinsame Bewerbung zurück, im Nachgang verzichteten auch Schweden und Norwegen auf eine Kandidatur.
Nach dem Bewerbungsschluss im März 2009 waren somit nur noch die Einzelbewerbungen von Frankreich, Italien und die Türkei übrig geblieben. Mit insgesamt rund 1,7 Milliarden Euro sah die französische Bewerbung deutlich mehr Gesamtinvestitionen vor als die der Türkei (920 Millionen) oder Italien (750 Millionen). Frankreichs Kandidatur wurde unter anderem vom damaligen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy und Ex-Welt- und Europameister Zinedine Zidane tatkräftig unterstützt.
Am 28. Mai 2010 schied Italien in der ersten Abstimmungsrunde aus. In der entscheidenden zweiten Abstimmung setzte sich Frankreich mit einer knappen Mehrheit von 7:6 Stimmen gegen die Türkei durch und wurde als offizieller Austragungsort für die EM 2016 bestimmt.

Die Qualifikation zur EM 2016

Wie in der Vergangenheit besteht die Qualifikation zur Fußball-Europameisterschaft 2016 aus zwei Teilen, der Gruppenphase und den Playoffs.
In diesen beiden Phasen treten von September 2014 bis November 2015 insgesamt 53 Nationalmannschaften in sechs Qualifikationsgruppen und vier Playoff-Spielen an um sich einen der 23 Endrundenplätze zu sichern.

Die 18 Erst- und Zweitplatzierten sowie der beste Gruppendritte qualifizieren sich direkt für die EM-Endrunde. Die weiteren acht Gruppendritten ermitteln in den nachgelagerten Playoffs die restlichen vier Endrundenplätze. Die Viert-, Fünft- und Sechsplatzierten jeder Gruppe scheiden aus.
Erstmals in der Geschichte der EM-Qualifikation wird das Gastgeberland als sog. Auffüll-Team an der Qualifikation teilnehmen. Frankreich wird der einzigen Fünfergruppe zugeordnet, jedoch werden Franck Ribery & Co. außer Konkurrenz spielen. Frankreich erhält einen Partnerstatus und kann an den Qualifikationsspieltagen Freundschaftsspiele gegen jene Mannschaften aus dieser Gruppe bestreiten, die ansonsten spielfrei hätten. Die Ergebnisse gegen Frankreich werden nicht gewertet, darüber hinaus steht es den Teams frei ein Freundschaftsspiel gegen Frankreich zu absolvieren.
Auch in Sachen Qualifikationsspielplan wird es Neuerungen geben. Die UEFA hat beschlossen zu EM-Qualifikation 2016 die sog. „Fußball-Woche“ einzuführen und die Spiele der sechs Gruppen auf mehrere Tage zu verteilen. Ziel ist es damit den Zuschauern die Möglichkeit zu geben mehr Partien live zu verfolgen bzw. diese besser vermarkten zu können.
Die Qualifikationsspiele werden zukünftig zwischen Donnerstag und Dienstag ausgetragen. Die Anstoßzeiten sind dabei an Samstagen und Sonntagen hauptsächlich um 18:00 Uhr und 20:45 Uhr an Donnerstagen, Freitagen, Montagen und Dienstagen um 20:45 Uhr.

Die Lostöpfe der Auslosung am Sonntag, 23.02.2014

Lostopf 1: Spanien (Titelverteidiger), Deutschland, Niederlande, Italien, England, Portugal, Griechenland, Russland, Bosnien und Herzegowina

Lostopf 2: Ukraine, Kroatien, Schweden, Dänemark, Schweiz, Belgien, Tschechische Republik, Ungarn, Republik Irland

Lostopf 3: Serbien, Türkei, Slowenien, Israel, Norwegen, Slowakei, Rumänien, Österreich, Polen

Lostopf 4: Montenegro, Armenien, Schottland, Finnland, Lettland, Wales, Bulgarien, Estland, Belarus

Lostopf 5: Island, Nordirland, Albanien, Litauen, Moldawien, Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien, Aserbaidschan, Georgien, Zypern

Lostopf 6: Luxemburg, Kasachstan, Liechtenstein, Färöer Inseln, Malta, Andorra, San Marino, Gibraltar

Die neun Qualifikationsgruppen

Gruppe A

Niederlande
Kasachstan
Island
Litauen
Türkei
Tschechische Republik

Gruppe B

Bosnien-Herzegowina
Andorra
Zypern
Wales
Israel
Belgien

Gruppe C

Spanien
Luxemburg
Mazedonien
Weißrussland
Slowakei
Ukraine

Gruppe D

Deutschland
Gibraltar
Georgien
Schottland
Polen
Irland

Gruppe E

England
San Marino
Litauen
Estland
Slowenien
Schweiz

Gruppe F

Griechenland
Färöer Inseln
Nordirland
Finnland
Rumänien
Ungarn

Gruppe G

Russland
Liechtenstein
Moldawien
Montenegro
Österreich
Schweden

Gruppe H

Italien
Malta
Aserbaidschan
Bulgarien
Norwegen
Kroatien

Guppe I

Portugal
Albanien
Armenien
Serbien
Dänemark

Der 1.Spieltag der EURO 2016 Qualifikation

QUALIFYING Runde:
07.09.2014
EUROPE (UEFA)
Anstoss Heim   Gast Aktion
18:00 Uhr Ungarn Nord Irland Details Gruppe F
18:00 Uhr Georgien Irland Details Gruppe D
18:00 Uhr Dänemark Armenien Details Gruppe I
20:45 Uhr Färoer Inseln Finnland Details Gruppe F
20:45 Uhr Gibraltar Polen Details Gruppe D
20:45 Uhr DEUTSCHLAND Schottland Details Gruppe D
Live auf RTL
Aufnehmen
Wetten!
20:45 Uhr Portugal Albanien Details Gruppe I
20:45 Uhr Griechenland Rumänien Details Gruppe F
QUALIFYING Runde:
08.09.2014
EUROPE (UEFA)
Anstoss Heim   Gast Aktion
18:00 Uhr Russland Liechtenstein Details Gruppe G
20:45 Uhr Estland Slowenien Details Gruppe E
20:45 Uhr Spanien Mazedonien Details Gruppe C
20:45 Uhr Ukraine Slovakei Details Gruppe C
20:45 Uhr Luxemburg Weißrussland Details Gruppe C
20:45 Uhr Montenegro Moldavien Details Gruppe G
20:45 Uhr Österreich Schweden Details Gruppe G
20:45 Uhr Schweiz England Details Gruppe E
20:45 Uhr San Marino Lettland Details Gruppe E
QUALIFYING Runde:
09.09.2014
EUROPE (UEFA)
Anstoss Heim   Gast Aktion
18:00 Uhr Kasachstan Lettland Details Gruppe A
18:00 Uhr Aserbaidschan Bulgarien Details Gruppe H
20:45 Uhr Czechische Republik Niederlande Details Gruppe A
20:45 Uhr Island Türkei Details Gruppe A
20:45 Uhr Kroatien Malta Details Gruppe H
20:45 Uhr Norwegen Italien Details Gruppe H
20:45 Uhr Israel Belgien Details Gruppe B
20:45 Uhr Andorra Wales Details Gruppe B
20:45 Uhr Bosnien-Herzegowina Zypern Details Gruppe B

Die Termine der EM 2016 Qualifikation

UEFA EURO 2016, Qualifikationskalender
1. Spieltag: 7.–9. September 2014
2. Spieltag: 9.–11. Oktober 2014
3. Spieltag: 12.–14. Oktober 2014
4. Spieltag: 14.–16. November 2014
5. Spieltag: 27.–29. März 2015
6. Spieltag: 12.–14. Juni 2015
7. Spieltag: 3.–5. September 2015
8. Spieltag: 6.–8. September 2015
9. Spieltag: 8.–10. Oktober 2015
10. Spieltag: 11.–13. Oktober 2015
Play-off-Hinspiele: 12.–14. November 2015
Play-off-Rückspiele: 15.–17. November 2015
Auslosung Endrunde: 12. Dezember 2015
Endrunde (in Frankreich): 10. Juni–10. Juli 2016

Die Länderspiele der deutschen Fußballnationalmannschaft

1. Spieltag: 7. September 2014
Deutschland – Schottland
2. Spieltag: 11. Oktober 2014
Polen – Deutschland
3. Spieltag: 14. Oktober 2014
Deutschland – Irland
4. Spieltag: 14. November 2014
Deutschland – Gibraltar
5. Spieltag: 29. März 2015
Georgien – Deutschland
6. Spieltag: 13. Juni 2015
Gibraltar – Deutschland
7. Spieltag: 4. September 2015
Deutschland – Polen
8. Spieltag: 7. September 2015
Schottland – Deutschland
9. Spieltag: 8. Oktober 2015
Irland – Deutschland
10. Spieltag: 11. Oktober 2015
Deutschland – Georgien

Der Modus der EM 2016 Endrunde

Die Aufstockung der Teilnehmeranzahl bringt entsprechenden Änderungen am Modus der EM-Endrunde mit sich.
Anstatt vier Gruppen a vier Teams wird es 2016 in Frankreich nun sechs Gruppen a vier Mannschaften geben. Die sechs Erst- und Zweitplatzierten qualifizieren sowie die vier besten Dritten qualifizieren sich für das Achtelfinale, die K.o.-Runde des Turniers.
Dieser Modus kam bereits bei der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2013 in Schweden zum Einsatz und birgt die Gefahr, dass nach einem Punktegleichstand der Drittplatzierten das Weiterkommen per Losverfahren entschieden wird, so wie es in Schweden der Fall war.
Auch in Sachen Turnierdauer gab es aufgrund der größeren Teilnehmeranzahl eine Anpassung. Die 51 Spiele (statt bisher 31 Spiele) werden in vier Wochen absolviert.

Die Spielorte der EM 2016

Insgesamt 10 Spielorte kommen während der EM 2016 zum Einsatz. Gespielt wird in Saint-Denis, Bordeaux, Lens, Lille, Lyon, Marseille, Nizza, Paris, Saint-Etienne und Toulouse. Damit wurden acht Spielstätten von der Fußball-Weltmeisterschaft 1998 erneut gewählt. Für die herausgefallenen Montpellier und Nantes sind Lille und Nizza neu dabei.
Nach der Bekanntgabe der offiziellen Spielorte machte sich Kritik an der Vergabe breit. Kein einziger Spielort in West-Frankreich wurde berücksichtigt, was jedoch seitens der Organisatoren damit begründet wurde, dass Städte wie Nantes und Rennes ihre Bewerbungen zurückgezogen hätten.

Die Stadien der EM 2016

Bereits vor der Vergabe der EURO 2016 hat der europäische Fußballverband UEFA neue Bewerbungskriterien für die EM-Stadien verabschiedet und dabei insbesondere hinsichtlich der Zuschauerkapazität neue Kriterien festgelegt. Unter den zehn Stadien müssen dabei insgesamt zwei Arenen mit einer Mindestkapazität von 50.000 Zuschauern, drei Stadien mit einer Mindestkapazität von 40.000 Zuschauern und vier Stadien mit einer Mindestkapazität von 30.000 Zuschauern vorhanden sein.
Aufgrund der vorhandenen Infrastruktur durch die WM 1998 wird Gastgeber-Frankreich lediglich vier Stadien in Lille, Lyon, Nizza und Bordeaux komplett neu errichten. Hinzukommen Umbauarbeiten bzw. Erweiterung einzelner Stadien, wie in Marseille, wo das Stade Velodrome von 48.000 auf 67.000 Zuschauer erweitert wird.
Insgesamt steht eine Investitionssumme von rd. 1,7 Milliarden Euro für die EM-Stadien zur Verfügung. Laut Jacques Lambert, Chef des Organisationskomitees, wird man das Budget mit ca. 1,5 Milliarden Euro nicht ausschöpfen. Neben dem französischen Staat, der sich mit knapp 10 Prozent an den Investitionen beteiligt, wird die Finanzierung vor allem von Privatinvestoren und den Vereine, die die Stadien nach der EURO weiterhin nutzen, getragen.
Hier die einzelnen Stadien im Kurzprofil:

Stade de France -  Saint-Denis (Paris)
Kapazität: 81.338 Zuschauer
Fertigstellung: 1998
Baukosten: rd. 407 Mio. Euro

Stade Velodrome – Marseille
Kapazität: 67.000 Zuschauer
Fertigstellung: 2014
Geschätzte Baukosten: rd. 300 Mio. Euro

Grande Stade de Lyon – Lyon
Kapazität: 58.000 Zuschauer
Geplante Fertigstellung: Anfang 2016
Geschätzte Baukosten: rd. 405 Mio. Euro

Parc des Princes – Paris
Kapazität: 45.000
Geplante Fertigstellung: 2014
Umbaukosten: 100 Mio. Euro

Stade Pierre-Mauroy – Villeneuve-d’Ascq (Lille)
Kapazität: 50.000
Fertigstellung: August 2012
Baukosten: 282 Mio. Euro

Stade Bollaert-Delelis – Lens
Kapazität: 35.000 Zuschauer
Geplante Fertigstellung: Januar 2014
Geschätzte Umbaukosten: rd. 78 Mio. Euro

Grand Stade de Bordeaux – Bordeaux
Kapazität: 43.000 Zuschauer
Fertigstellung: 2015
Baukosten: rd. 184 Mio. Euro

Stade Geoffroy-Guichard – Saint-Étienne
Kapazität: 41.500 Zuschauer
Geplante Fertigstellung: 2014
Geschätzte Baukosten: 58 Mio. Euro

Stadium Municipal-  Toulouse
Kapazität: 33.000 Zuschauer
Geplante Fertigstellung: Mai 2013
Geschätzte Baukosten: 35 Mio. Euro

Allianz Riviera – Nizza
Kapazität: 35.000
Fertigstellung: September 2013
Baukosten: rd. 245 Mio. Euro

Die EM 2016 im Fernsehen

Auch in Sachen TV-Übertragung geht die UEFA bei der Fußball-Europameisterschaft 2016 neue Wege. Die TV-Rechte wurden erstmals zentral vermarktet, d.h. nicht die einzelnen Verbände haben ihre jeweiligen Rechte vergeben, sondern der europäische Fußballverband.

In Deutschland hat sich der Privatsender RTL die TV-Rechte für die Qualifikationsspiele der DFB-Auswahl ab September 2014 gesichert. Damit wird RTL die Qualifikationsspiele der deutschen Nationalmannschaft bis zur EM-Endrunde 2016 übertragen, die Übertragungsrechte umfassen insgesamt 20 Live-Spiele der DFB-Elf.

Die Spiele der deutschen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft werden nach wie vor im Free-TV von den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF übertragen. Auch Freundschafts- und Testspiele werden von den öffentlich-rechtlichen Sendern gezeigt. Laut der UEFA wurde in Deutschland das erste TV-Rechtepaket überhaupt in Europa für die EURO 2016 vergeben.

Weblinks zur EM 2016

Die offizielle Webseite der UEFA EURO 2016:
http://de.uefa.com/uefaeuro-finals/index.html

Die offizielle Webseite der EURO-Qualifikation 2016:
http://de.uefa.com/uefaeuro/qualifiers/index.html

Fussball-em-2016.com
Wikipedia-Eintrag

Historie: Vergangene Fußball Europameisterschaften

Die EURO 2012 in Polen & der Ukraine

EURO 2012 in Polen und der Ukraine: Mario Balotelli zerstört die deutschen Titelträume

Anfang der 2000er Jahre stand es nicht wirklich gut um den deutschen Fußball, tiefgreifende Reformen in der Nachwuchsarbeit und Kontinuität in der A-Nationalmannschaft haben die DFB-Elf jedoch binnen zehn Jahren erneut in die absolute Spitzengruppe des internationalen Fußballs zurückgeführt.

Vor der EM 2012 in Polen und der Ukraine wurde Deutschland neben Spanien zum engsten Favoritenkreis gezählt und auch die Erwartungen in Deutschland waren immens. Mit dem 1:0 Auftakterfolg Portugal wurden diese Ansprüche nochmals untermauert. Im zweiten Gruppenspiel gegen Vize-Weltmeister Niederlande setzte man sich mit 2:1 durch und qualifizierte sich somit bereits vorzeitig für das Viertelfinale. Zum Abschluss der Gruppenphase gab es einen weiteren 2:1 Erfolg gegen Dänemark und Deutschland sicherte sich mit 9 Punkten den ersten Platz in der Vorrundengruppe B.

Am 23. Juni in Danzig kam es im Viertelfinale zum Aufeinandertreffen mit Griechenland, dem Europameister von 2004. Wie im gesamten Turnierverlauf ging Deutschland, durch Philipp Lahm, mit 1:0 in Führung. Samaras besorgte zum Auftakt der zweiten Halbzeit den etwas überraschenden 1:1 Ausgleich. Die DFB-Elf ließ sich dadurch jedoch nicht aus dem Konzept bringen, Sami Khedira, Miroslav Klose und Marco Reus sorgte für eine beruhigende 4:1 Führung. Auch der verwandelte Handelfmeter von Salpingidis in der 89. Minute änderte nichts an dem souveränen Einzug ins Halbfinale.

Dort traf Deutschland auf Italien, die sich bis dahin als die „Überraschungsmannschaft“ des Turniers präsentiert hatte. In einer taktisch sehr ansprechenden Partie brachte Mario Balotelli die Squadra Azzurra in der ersten Halbzeit mit zwei Toren in Führung. Deutschland zeigte sich sichtlich schockiert vom ersten Rückstand bei der Endrunde und konnte lediglich in der Nachspielzeit nach einem verwandelten Handelfmeter von Mesut Özil auf 1:2 verkürzen. Am Ende blieb es jedoch bei der Niederlage und dem Aus im Halbfinale. Wie 2006 im Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft scheiterte Deutschland erneut an Italien.

Die EURO 2008 in Österreich & der Schweiz

EURO 2008 in Österreich und der Schweiz: Nur Spanien war besser

Nach der EM 2004 und Heim-WM 2006 drehte sich das Trainerkarussell zunächst einmal ordentlich beim DFB. Jürgen Klinsmann folgte auf Rudi Völler und dieser wurde nach der Fußball-WM von seinem Co-Trainer Joachim Löw beerbt.

Auch wenn Löw & Co. in der EURO-Qualifikation nur der zweiten Gruppenplatz, hinter Tschechien belegten, war die Grundstimmung in und um die deutsche Fußball-Nationalmannschaft vor der EM 2008 in Österreich und der Schweiz gut. Deutschland hatte eine gesunde Mischung aus jungen, vielversprechenden und erfahrenen, gestandenen Spielern im Kader und gehörte erstmals seit längerer Zeit wieder erweiterten Favoritenkreis.

In der Vorrundengruppe B traf man neben Co-Gastgeber Österreich auf Kroatien und Polen. Zum Auftakt des Turniers am 8.Juni in Klagenfurt gab es einen souveränen 2:0 Erfolg gegen die polnischen Nachbarn, bei dem ausgerechnet der in Polen geborene Lukas Podolski zwei Treffer erzielte.

Vier Tage später traf man im zweiten Vorrundenspiel auf Kroatien, eine Mannschaft mit zahlreichen Bundesligaspielern gegen die man zu Letzt 1998 bei der WM in Frankreich im Viertelfinale ausschied. Trotz einer ordentlichen Leistung unterlag man Kroaten mit 1:2 und musste erneut um den Einzug ins Viertelfinale bangen.

Zum Abschluss der Vorrundengruppe konnte sich die DFB-Elf diesmal jedoch mit 1:0 gegen Österreich durchsetzen. Michael Ballacks entscheidendes Freistoßtor wurde in Deutschland zum Tor des Jahres gewählt.

Nach 1996 stand Deutschland wieder in einem EM-Viertelfinale, dort traf man auf Portugal mit seinem Superstar Cristiano Ronaldo. Zwei frühe Tore von Miroslav Klose und Bastian Schweinsteiger ebneten den Weg zum knappen 3:2 Erfolg und dem Einzug unter die letzten vier des Turniers.

Auch im Halbfinale gegen die Türkei wurde es eng, nach einem Rückstand, einer zwischenzeitlicher Führung und dem erneuten Ausgleich erzielte Philipp Lahm in der 90. Minute den entscheidenden Siegtreffer zum 3:2 und machte den deutschen Finaleinzug perfekt.

Im Finale musste sich Deutschland in einer spannenden Partie gegen Spanien dann jedoch geschlagen geben. Fernando Torres erzielte damals den einzigen Treffer in der Partie zum schmerzvollen 0:1 aus deutscher Sicht.

Die EURO 2004 in Portugal

EURO 2004 in Portugal: Deutschland verpasst erneut den Sprung in die K.o.-Phase

Ähnlich wie zur EURO 2000 waren vier Jahre später bei der Fußball-Europameisterschaft in Portugal die deutsche Hoffnungen und Ambitionen im Vorfeld des Turniers groß. Diesmal ging man zwar nicht als Titelverteidiger in die Endrunde, jedoch als Vize-Weltmeister.

Mit dem neuen Teamchef Rudi Völler, der die Nachfolge von Erich Ribbeck antrat, konnte man sich zwar ohne Niederlage (5 Siege, 3 Unentschieden) problemlos für die EURO 2004 qualifizieren. Jedoch dürfte vielen Fans der legendäre Wutausbruch von Rudi Völler im Interview mit Waldemar Hartmann nach einem 0:0 Unentschieden gegen Island noch in Erinnerung sein.

Mit Lettland, Tschechien und den Niederlanden schien die deutsche Vorrundengruppe D durchaus machbar zu sein. Doch wie 2000 gab es auch zum Auftakt der EM-Endrunde gegen die Niederlande am 15. Juni in Estadio do Dragao in Porto „nur” ein 1:1 Unentschieden. Besonders bitter daran war die Tatsache, dass Deutschland über 90. Minuten betrachtet die deutlich bessere Mannschaft war und erst acht Minuten vor Ende der Begegnung den unglücklichen Ausgleich durch Ruud van Nistelrooy kassierte. Anders als gegen Rumnänien konnte die DFB-Auswahl diesmal allerdings spielerisch überzeugen, so dass sich die Kritik an dem Spiel/Ergebnis in Grenzen hielt.

Vier Tage später, erneut in Porto, diesmal jedoch im Estadio do Bessa Seculo, folgte jedoch der erste Rückschlag. Gegen den klaren Außenseiter und EM-Underdog Lettland kamen Michael Ballack & Co. nicht über ein torloses Remis hinaus.

Am 23. Juni kam es in Lissabon, im Estadio Jose Alvalade, zum letzten und (erneut) alles entscheidenden Vorrundenspiel gegen Tschechien. Der Vize-Europameister von 1996 war bereits für das Viertelfinale qualifiziert und schonte (wie Portugal 2000) zahlreiche Stammspieler. Es kam jedoch wie es kommen musste. Trotz einer frühen 1:0-Führung durch Michael Ballack verlor Deutschland das Spiel noch mit 1:2 und war zum zweiten Mal in Folge nach der Gruppenphase ausgeschieden.

Die EURO 2000 in Niederlande und Belgien

EURO 2000 in Belgien und den Niederlanden: Deutschland scheidet als Titelverteidiger bereits in der Vorrunde aus

Die Erwartungen vor der Fußball-Europameisterschaft 2000 in Belgien und den Niederlanden waren groß auf deutscher Seite. Auch vor dem Hintergrund des frühen WM-Aus zwei Jahre zuvor in Frankreich stand die DFB-Elf gewaltig unter Druck.

Als amtierende Titelverteidiger hatten sich Nationaltrainer Erich Ribbeck und seine Mannschaft den Einzug ins Halbfinale als Mindestziel gesteckt, doch bereits vor der EM-Endrunde gab es unübersehbare Unruhen innerhalb der Nationalmannschaft. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen stand ausgerechnet Trainer Ribbeck, der von einigen Spielern nicht als der Kopf der Mannschaft akzeptiert wurde.

Die Querelen außerhalb des Platzes machten sich dann auch schnell auf dem Rasen bemerkbar. Im ersten Vorrundenspiel der Gruppe A am 12.Juni in Lüttich kam Deutschland nicht über ein 1:1 Unentschieden gegen Rumänien hinaus, dem vermeintlichen schwächsten Gegner der Gruppe.

Auch fünf Tage später beim Klassiker gegen England fehlte es der deutschen Nationalmannschaft an spielerischen Mitteln um die starken Briten, damals noch mit David Beckham und Michael Owen in Topform, Paroli zu bieten. Die DFB-Auswahl zeigte zwar eine kämpferische Leistung, musste sich am Ende dennoch nach einem Tor von Alan Shearer mit 0:1 geschlagen geben.

Mit lediglich einem Punkt aus zwei Spielen hatte Deutschland im letzten Vorrundenspiel nach wie vor die Chance sich mit einem Sieg gegen Portugal für die K.o.-Runde zu qualifizieren. Die Portugiesen mit ihrem Superstar Luis Figo hatten sich zu diesem Zeitpunkt mit Siegen gegen England (2:0) und Rumnänien (1:0) bereits vorzeitig für das Viertelfinale qualifiziert und traten gegen die DFB-Elf mit einer B-Auswahl an. Doch Lothar Matthäus & Co. gingen sang und klanglos mit 0:3 unter. Sergio Conceicao erzielte in Rotterdam alle drei Treffer für Portugal.

Die Rumnänien setzten sich parallel mit 3:2 gegen England durch und folgten den Portugiesen in die nächste Runde. Deutschland und England, zwei der größten Fußballnationen in Europa waren damit bereits in der Vorrunde ausgeschieden. Für das DFB-Team war dies als Titelverteidiger eine besondere Blamage.

Die EURO 1996 in England

EURO 1996 in England: Deutschland wird Europameister auf der Insel

Die Vorzeichen vor der Fußball-Europameisterschaft 1996 in England waren positiv. Die DFB-Elf hatte sich als Gruppenerster in der Qualifikation für die Endrunde qualifiziert und lediglich ein Spiel (2:3 gegen Bulgarien verloren).

Auch der Auftakt verlief nach Maß, am 9. Juni gewann man das erste Vorrundenspiel souverän mit 2:0 gegen Tschechien und eine Woche später beim 3:0 Erfolg gegen Russland gab man sich ebenfalls keine Blöße. Mit dem 0:0 Unentschieden gegen Vize-Weltmeister Italien, bei dem Andreas Köpke einen Elfmeter parierte, sicherte sich Deutschland den Gruppensieg.

Im Viertelfinale gegen Kroatien tat man sich dann deutlich schwerer, die DFB-Elf erkämpfte sich einen knappen 2:1 Erfolg gegen Davor Suker & Co., Matthias Sammer erzielte damals in einer hart umkämpften Partie den deutschen Siegtreffer.

Im Halbfinale am 26. Juni im legendären Wembley Stadion trafen Berti Vogts und seine Mannschaft dann auf Gastgeber England. Ein Spiel welches die Fans auf beiden Seiten kaum erwarten konnten. England erwischte einen Traumstart und ging bereits in der 3. Minute durch Alan Shearer mit 1:0 in Führung. Stefan Kuntz sorgte jedoch knapp 10. Minuten später bereits für den Ausgleich. Als es nach 90. Minuten regulärer Spielzeit und 30. Minuten Verlängerung nach wie vor 1:1 stand, musste eine Entscheidung im Elfmeterschießen her.

Nach vier verwandelten Elfmetern in Folge auf beiden Seiten und beim Spielstand von 5:5 versagten Gareth Southgate die Nerven und der Brite scheiterte an Andreas Köpke. Auf deutscher Seite verwandelte Andreas Möller den letzten Elfmeter zum 6:5 und schoss die DFB-Auswahl damit ins Finale.

Am 30. Juni kam es im EM-Finale dann zum erneuten Aufeinandertreffen zwischen Deutschland und Tschechien. Obwohl Deutschland als klarer Favorit in das Spiel ging, tat sich die DFB-Elf lange Zeit schwer. In der 60. Minute geriet durch einen verwandelten Strafstoß von Patrik Berger mit 0:1 in Rückstand. Erst mit der Einwechslung von Oliver Bierhoff drehte sich die Partie, dieser erzielte in der 73. den verdienten 1:1 Ausgleich per Kopf. Wie bereits zuvor im Halbfinale stand es auch im Finale nach 90. Minuten Unentschieden, so dass es in die Verlängerung ging. Dort war es dann erneut Bierhoff, der in der 95. Minute mit dem ersten und letzten Golden Goal der Geschichte für die Entscheidung sorgte und Deutschland nach 1990 den nächsten Titel sicherte.